Wohnungsnot in Schleswig-Holstein immer größer

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Kiel (regio-newsticker)   Eine wachsende Bevölkerung, eine regional stark steigende Nachfrage nach Wohnraum und ein jahrelang vernachlässigter Wohnungsbau: Einer neuen Studie zufolge hätte bereits 2015 mit dem Bau von 24.000 Wohnungen reagiert werden müssen; 2016 mit weiteren 19.000 Einheiten und im laufenden Jahr noch einmal mit 15.000 neuen Wohnungen. Die Realität: 2015 sind rund 10.000 Wohnungen entstanden. Die Zahl für 2016 ist noch nicht bekannt.

Ab 2020 flacht zwar das Bevölkerungswachstum ab, der Wohnungsbedarf bleibt aber dennoch hoch, weil die Zahl der Haushalte von 2015 bis 2030 um 76.300 steigen wird. Berücksichtige man noch die wachsenden Ansprüche der Menschen, müssten über die gesamte Periode 177.000 Wohnungen gebaut werden, davon 92.000 in mehrgeschossigen Häusern und 85.000 in Ein- und Zweifamilienhäusern.

Dringend müsse in den Oberzentren, vor allem in Kiel, Neumünster, Norderstedt, Wedel und Flensburg, gebaut werden, vor allem Geschosswohnungen. Deutlich mehr Mehrfamilienhäuser fordert die Studie aber auch für Eckernförde, Bad Segeberg, Rendsburg und Lübeck. Kiel und Lübeck verlören bereits "wegen Überfüllung Einwohner ans eigene Umland“.

Für die Autoren der Studie ist der Mangel an Bauland das größte Hemmnis beim Wohnungsbau. Es müsse mehr Baugrund ausgewiesen und eine Bodenwertsteuer eingeführt werden: Sie könne jene motivieren, zu bauen oder zu verkaufen, die derzeit "noch Baugrundstücke horten“.
Die Autoren von Empirica halten solch eine Steuer auch für Schrumpfungsorte nützlich: Wenn es für leerstehende Gebäude zudem keinen Grundsteuerrabatt mehr gäbe, würden die Eigentümer schneller verkaufen. Dadurch würde der Preis; für neue Nutzer, die das Gebäude sanieren oder neu bauen wollen,günstiger. Statt auf der grünen Wiese zu bauen, würden Leerstände und Lücken in den Städten genutzt – die Innenstädte würden dadurch attraktiver.