Schleswig-Holstein kauft weiterhin Steuer-CDs

Body: 

Kiel (regio-newsticker)   Die Zahl der Selbstanzeigen von Steuerhinterziehern in Schleswig-Holstein hat sich auf einem moderaterem Niveau eingependelt.
Im ersten Halbjahr gingen nur noch 28 Selbstanzeigen bei den Finanzämtern ein, wie das Finanzministerium auf Anfrage mitteilte.

"Der große Boom der Selbstanzeigen ist offenbar vorüber“, erklärte Finanzministerin Monika Heinold. "Meine Hoffnung ist, dass das hinterzogene Steuergeld aus Schweizer Tresoren und Steueroasen inzwischen maßgeblich den Weg in die schleswig-holsteinische Steuerkasse gefunden hat“, sagte die Grünen-Politikerin. Bei den Selbstanzeigen wurden Kapitaleinnahmen von 3,5 Millionen Euro nacherklärt. Dies betrifft die Einkommensteuer. Bei Vermögen waren es 600 000 Euro. Hier geht es um die Schenkungs- und Erbschaftsteuer. Die Mehrsteuern aufgrund der Selbstanzeigen betragen 1,8 Millionen Euro.
Seit Januar 2010 gingen damit 2.126 Selbstanzeigen bei den Finanzämtern ein ein. Nacherklärt wurden Kapitaleinnahmen von 388 Millionen Euro und Vermögen in Höhe von 172 Millionen. Die geschätzten Mehrsteuern und eingegangenen Geldbeträge addieren sich zur Zeit auf 229 Millionen Euro. Davon wurden bisher rund 100 Millionen Euro verbucht. 2016 hatten die Finanzämter 62 Selbstanzeigen aufgenommen. 2014 waren es 571.
Heinold kündigte an: "Unabhängig von den aktuellen Zahlen wird sich Schleswig-Holstein auch weiterhin am Kauf von Steuer-CDs beteiligen und auf allen Ebenen dafür Sorge tragen, dass Steuersünder überführt werden.“ Ihr niedersächsischer Amtskollege geht hingegen davon aus, keine Steuer-CDs mehr kaufen zu müssen, da die Berichtspflichten mit den Steueroasen verbessert wurden,