Nächste Runde im Schottdorf-Prozess

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Augsburg (regio-newsticker)   Der Arzt und Labor-Großunternehmer Bernd Schottdorf beschäftigt weiterhin die bayrische Justiz. Das Augsburger Landgericht hatte ihn vor eineinhalb Jahren vom Vorwurf freigesprochen, Leistungen von rund 79 Millionen Euro rechtswidrig abgerechnet zu haben. Gegen die Entscheidung hatte die Staatsanwaltschaft beim Bundesgerichtshof (BGH) Revision eingelegt. Heute wird in der Sache verhandelt.

Die Augsburger Staatsanwaltschaft ist weiter festüberzeugt, dass der Laborarzt Bernd Schottdorf über viele Jahre hinweg Kooperationen mit anderen Medizinern nur zum Schein eingegangen ist. Auf diese Weise konnte Schottdorf, der in der Presse immer mal wieder als reichster Arzt Deutschlands bezeichnet wird, die Regeln umgehen, nach denen Mediziner Leistungen bei den Krankenkassen abrechnen dürfen. Dabei soll ihm seine Frau als Geschäftspartnerin geholfen haben. Den Krankenversicherern sei dadurch ein Schaden von 79 Millionen Euro entstanden, meinte die Staatsanwaltschaft.

Das Augsburger Landgericht sah die Sache aber etwas anders als die Staatsanwaltschaft und sprach das Ehepaar Schottdorf frei. Ob dieser Freispruch bestehen bleibt, prüft jetzt der Bundesgerichtshof. Auch auf politischer Ebene hatte Schottdorfs Geschäftsmodell für heftige Debatten gesorgt. Vor allem  Grüne und Freie Wähler in Bayern waren nach 40 Sitzungen eines Landtags-Untersuchungsausschusses überzeugt, dass Schottdorf von bayerischen Behörden bei zwielichtigen Machenschaften gedeckt worden sei. Die CSU-Mehrheit sah das verständlicherweise nicht so. Nun könnte die Entscheidung des BGH einen endgültigen Schlussstrich unter die Affäre ziehen.
 

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