Hannover ohne Blut

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Hannover (regio-newsticker)      Die Bereitschaft der Bürger zum Blutspenden ist fast nirgendwo im Norden so gering wie in Hannover. Jährlich kommrn in der Landeshauptstadt beim DRK nur 9.000 Frauen und Männer zum Blutspenden, berichtet der Sprecher des DRK-Blutspendedienstes Springe, Markus Baulke. Im fast gleich großen Bremen beispielsweise seien es dagegen bei gleichem Terminangebot etwa 12.000 Blutspender im Jahr. Außerhalb der Ballungsräume sei die Bereitschaft zum Blutspenden doppelt so hoch wie in Hannover, heißt es beim DRK. Vor allem in Ferienzeiten kann es daher in Krankenhäusern zu Engpässen kommen.

Wegen der geringen Spendenbereitschaft bei jungen Menschen in Städten arbeitet der Blutspendedienst seit rund zwei Jahren mit einem neuen Konzept. Zwar gibt es weiterhin die klassischen Blutspendetermine in Schulen in den Stadtteilen, mit Cola und Mettbrötchen. Gleichzeitig versuche man jedoch, verstärkt auf die jungen Leute zuzugehen, die man mit diesen Blutspendeterminen nicht erreichen könne, sagt Baulke. Deshalb stehen jetzt Blutspendemobile des DRK häufiger auf belebten Plätzen, wie zuletzt auf dem Ernst-August-Platz vor dem hannoverschen Hauptbahnhof.

Mehr Probleme als die Ferien machen den Organisationen der Blutspenden  heiße Tage wie zuletzt im Mai und Juni. "Bei Temperaturen über 28 Grad lässt die Zahl der Blutspender rapide nach“, erklärt Baulke. In Hannover seien in dieser Zeit rund 20 Prozent weniger Spender gekommen. "Dabei ist das auch bei Hitze kein Problem, man muss einfach nur genug trinken.“

Im vergangenen Jahr verzeichneten die Medizinische Hochschule und das Rote Kreuz im Mai einen akuten Engpass an Blutkonserven. Damals mussten sogar Operationen wegen des Mangels an Blut verschoben werden. Engpässe bei den Blutkonserven machen sich relativ schnell bemerkbar. Manche der in Springe gelagerten Reserven sind nur vier Tage haltbar, dann ist Nachschub dringend erforderlich.


Bild: Igor Myroshnichenko /GoldstadtTV  / pixelio.de

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