In Generalsuniform auf der Anklagebank

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Frankfurt (regio-newsticker)    Der Angeklagte in einem Betrugsverfahren in Frankfurt muss sich gesagt haben: Kleider machen Leute!gesagt haben. Demzufolge erschien der 72-Jährige im Amtsgericht Frankfurt in der Ausgehuniform eines Generalmajors der Bundeswehr, einschliesslich eines entsprechenden Abzeichens.

Doch der schneidige Auftritt hat für den Mann, der wegen Urkundenfälschung angeklagt war, voraussichtlich unangenehme Folgen.

Als der 72-Jährige am Dienstag im Gerichtssaal in der Uniform auf der Anklagebank Platz nahm, staunte ein als Zeuge geladener Kriminalbeamter, nicht schlecht, berichtete die Frankfurter Polizei am Donnerstag. Hatte er doch nicht damit gerechnet, dass der Mann ein so ranghohes Tier bei der Bundeswehr war. Der Ermittler veranlasste daraufhin eine Überprüfung des 72-Jährigen bei der Bundeswehr. Es ergab sich, dass der Mann dort weder als Generalmajor noch als einfacher Soldat bekannt war.

Als der 72-Jährige dem Richter auch keinen Truppenausweis vorlegen konnte, durfte der Angeklagte zwar seine Uniform anbehalten, das Abzeichen, das ihn fälschlicherweise als Generalmajor auswies, wurde jedoch beschlagnahmt. Jetzt läuft eine Anzeige gegen ihn wegen des Missbrauchs von Titeln, Berufsbezeichnungen und Abzeichen.

Der Prozess gegen den „Frankfurter Hauptmann von Köpenick“, so der Polizei-Bericht, wurde anschließend fortgesetzt.

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