Berliner IGA ohne Besucher

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Berlin (regio-newsticker)     In Anbetracht des wechselhaften und teilweise extrem regnerischen Wetters der vergangenen Wochen ist es erstaunlich, dass noch rund 750.000 Besucher bisher den Weg zur IGA nach Berlin-Marzahn gefunden haben.

Am Donnerstag war Halbzeit für die Internationale Gartenschau 2017 in Berlin. Geschäftsführerin Katharina Lohmann zog eine traurige Bilanz: "Es wird sicher schwierig werden, am Ende auf zwei Millionen Besucher zu kommen". So viele Besucher habe man insgesamt erwartet. Zur Halbzeit sei mit einer Millionen Besuchern kalkuliert worden. "Nun fehlt uns ein Viertel".

Die besucherstarken Wochen liegen allerdings glücklicherweise noch vor der Gartenschau. Am kommenden Mittwoch beginnen in Berlin und Brandenburg die Schulferien. Katharina Lohmann hofft auf deutlich mehr Besucher als bisher. Für Kinder und Jugendliche gebe es zudem ein vielfältiges Ferienprogramm. Als besonderes Angebot nannte Lohmann das Ferienticket. "Immer montags zahlt ein Erwachsener in Begleitung eines Kindes bis 17 Jahre nur zehn Euro Eintritt." Das Kind oder der Jugendliche habe dann freien Eintritt. Es ist allerdings fraglich, ob ein solches Angebot der gewünschte Besuchermagnet sein wird.

Danny Freymark, umweltpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, bezeichnete die Besucherzahlen indes als ernüchternd. "Jetzt gilt es für die zweite Halbzeit, die Werbetrommel stärker zu rühren. Daher fordern wir den Senat auf, die IGA offensiver als bisher in Berlin zu bewerben", so Freymark. Er regte an, die Berliner Einsatzkräfte der Feuerwehr, der Polizei sowie Ehrenamtliche als Dank für die gute Arbeit der letzten Wochen und Monate mit ihren Familien zur IGA einzuladen.

Besser als erwartet ist die Zwischenbilanz laut IGA-Geschäftsführerin Lohmann bei der Umweltbildung ausgefallen. Schulen und Kitas hätten den IGA-Campus und das Umweltbildungszentrum geradezu überrannt. "Das Programm war sehr schnell ausgebucht, wir mussten es ausbauen", sagte Lohmann. Bislang haben täglich rund 500 Kinder und Jugendliche an den verschiedenen Projekten zum Thema Umweltbildung teilgenommen. "Über 50.000 werden es sein, wenn die IGA am 15. Oktober endet, das ist rekordverdächtig", sagte Lohmann. Gerechnet habe man ursprünglich mit rund 30.000 Teilnehmern.

Besonders erfreut zeigte sich Geschäftsführerin Lohmann darüber, dass die IGA bei den Anwohnern aus Marzahn-Hellersdorf und den angrenzenden Bezirken sehr beliebt ist. "Wir haben bereits 32.000 Dauerkarten verkauft", sagte sie der "Berliner Morgenpos". Pro Kopf würden diese im Schnitt bis zum Ende der Laufzeit 13 Mal genutzt werden. Das sei doppelt so häufig, als, ausgehend von anderen Gartenschauen, erwartet worden war.